Autoversicherung Einstufung nach Unfall berechnen – Leitfaden

 

Egal, wie gut und vorsichtig man fährt, ab und an kracht es. Wenn man in einen Unfall verwickelt wird, ist das Thema: Autoversicherung Einstufung nach Unfall. Was genau passiert mit dem Beitrag nach einem Unfall, wie hoch steigt dieser und gibt es Möglichkeiten, zu große finanzielle Belastungen abzuwenden? In diesem Artikel sind die Themen:

bulletpoint_Haeckchen Schadenfreiheitsklasse: was ist das eigentlich und wie funktioniert sie?
bulletpoint_Haeckchen Autoversicherung Einstufung berechnen, wie ergibt sich die SF Klasse?
bulletpoint_Haeckchen Nach dem Unfall: was passiert jetzt?
bulletpoint_Haeckchen Wie verhindert man einen zu hohen Beitrag nach Unfällen?

Autoversicherung Einstufung nach Unfall: Die SF Klasse

Um zu verstehen, wie die Einstufung der Autoversicherung nach einem Unfall funktioniert, muss man erst einmal wissen, worum es sich bei der Schadenfreiheitsklasse eigentlich handelt.

car-wrecked-845143_640

 

Die Schadenfreiheitsklasse bezeichnet im Allgemeinen die Einstufung des Versicherungsbeitrages eines Autofahrers in Abhängigkeit davon, wie lange dieser bereits unfallfrei fährt. Sie ist nur in der Vollkasko- und der Haftpflichtversicherung, nicht bei der Teilkaskoversicherung von Bedeutung. Die Unterschiede können hier allerdings gewaltig sein. So ist es möglich, dass jemand, der seit einigen Jahren ohne Unfälle im Straßenverkehr unterwegs ist, nur noch die Hälfte seines Beitrages zahlen muss. Dagegen müssen Fahranfänger, die also noch gar keine Zeit hatten, sich eine gute SF Klasse zu „erfahren“, oft noch mehr als ihren zunächst errechneten Beitrag zahlen. Wenn es dann zu einem Unfall kommt, wird man normalerweise in seiner Schadenfreiheitsklasse herabgestuft, was gleichzeitig bedeutet, dass der Versicherungsbeitrag steigt. Der Gedanke dahinter ist der, dass diejenigen Fahrer, die durch Unfälle mehr Kosten für Versicherungen verursachen auch mehr Geld in die Versicherung einzahlen müssen.

calculator-385506_640

Wie wird die Schadenfreiheitsklasse errechnet?

icon_VorsorgeDie Bezeichnungen der verschiedenen SF Klassen beziehen sich auf die unfallfreien Jahre. Will man also die SF Klasse 35 erreichen, bei der man oft nur noch zwischen 20 und 25 Prozent seines Versicherungsbeitrages zahlt, muss man ganze 35 Jahre lang ohne Unfall gefahren sein. Die Einstufung ist allerdings nicht immer so eindeutig. So ist es zum Beispiel möglich, dass man bei der Versicherung eines Zweitwagens von der mit dem Erstwagen erfahrenen SF Klasse profitiert und genauso kann es sein, dass jemand die Schadenfreiheitsklasse von einem Familienmitglied übernimmt und so trotz wenig Fahrerfahrung einen relativ geringen Beitrag zahlt.

Nach dem Unfall: was passiert jetzt?

icon_HaftpflichtInwieweit sich ein Unfall auf die aktuelle SF Klasse eines Fahrers auswirkt, ist relativ komplex und soll an dieser Stelle möglichst leicht verständlich dargestellt werden. Die zwei wichtigsten Punkte bei der Neuberechnung der SF Klasse sind:

bulletpoint_Haeckchen Die Zahl der Unfälle
bulletpoint_Haeckchen Das Versicherungsunternehmen

Entgegen dem, was man zuerst vielleicht annehmen würde, ist die Höhe eines Schadens völlig irrelevant bezüglich der Autoversicherung Einstufung nach Unfall. Entscheidens ist einzig und allein die Anzahl der Unfälle. Dabei legt jeder Versicherer seine eigene Rückstufungstabelle fest, hier soll nur ein relativ wahrscheinliches Beispiel genutzt werden.

bulletpoint_Haeckchen Wenn jemand SF Klasse 10 in der Haftpflichtversicherung unseres Beispielversicherers erfahren hat, zahlt er noch 36 Prozent seines Versicherungsbeitrages.
bulletpoint_Haeckchen Wird er in einen Unfall verwickelt, wird er auf SF Klasse 4 zurück gestuft und muss nun wieder 48 Prozent seines Beitrages zahlen.
bulletpoint_Haeckchen Geschieht ein zweiter Unfall, wird der Versicherte in SF Klasse 1 zurück gestuft. Damit zahlt er wieder 60 Prozent seines Beitrages.
bulletpoint_Haeckchen Passiert ein dritter Unfall, rutscht der Versicherte in eine sogenannte „Schadensklasse“. In dieser zahlt der Versicherte dann 135 Prozent seines eigentlichen Beitrages.

Wichtiger als alles andere ist natürlich das Versicherungsunternehmen, da dieses selbst bestimmen kann, wie schnell Kunden in ihrer SF Klasse zurück gestuft werden. Dabei gilt die Faustregel: Umso günstiger eine Versicherung in ihren normalen Beiträgen ist, desto schneller rutscht man wieder in eine tiefere SF Klasse ab. Hier gilt es also, sich zu informieren und Versicherer zu vergleichen, wozu es im Internet viele verschiedene Portale gibt.

Unfall passiert was tun

Wie verhindert man einen zu hohen Beitrag nach Unfällen?

icon_vorlage_musterZunächst einmal muss man natürlich sagen, wenn einmal der Vertrag mit einem Unternehmen geschlossen wurde und ein Unfall passiert ist, kann man nicht mehr viel machen und wird sich mit der Herabstufung der eigenen SF Klasse abfinden müssen.

Allerdings kann man noch vor dem Abschluss einer Versicherung darauf achten, sich ein Unternehmen mit gutem Angebot zu suchen.

 

Erstens kann man wie schon gesagt davon ausgehen, dass ein sehr günstiger Versicherer seine Kunden schnell herunter stuft, um so seinen Profit zu garantieren. Hier sollte man also gründlich überlegen, als einen wie sicheren Fahrer man sich selbst einschätzt.

coins-948603_640Zweitens gibt es immer die Möglichkeit, kleinere Unfälle, wie zum Beispiel Lackschäden, gar nicht an seine Versicherung zu melden. Hier heißt es dann rechnen: lohnt es sich, den Schaden selbst zu tragen, wenn dafür der Beitrag im Folgejahr nicht ansteigt? Das Portal Finanztip hat sich mit diesem Thema auseinander gesetzt und gibt die Schätzung ab, dass es sich lohnt, bei Haftpflichtschäden bis zu 1.500, bei Vollkaskoschäden bis zu 1300 Euro selbst zu übernehmen. Natürlich ist dabei immer zu beachten, dass die eigene Übernahme von Schäden gewisse Risiken mit sich bringt. So bleiben zum Beispiel, wenn die Versicherung nicht von Anfang an eingeschaltet wurde, oft unerwartete Folgeschäden beim Fahrzeughalter hängen.

Drittens sollte man auch nicht vergessen, dass mittlerweile viele Versicherungen einen sogenannten „Rabattretter“ anbieten. Meist gegen einen Aufschlag auf den Versicherungsbeitrag ist es so möglich, trotz eines Unfalls in der zuvor „erfahrenen“ Schadenfreiheitsklasse zu verbleiben. Meist beschränkt sich aber auch diese Rettung auf einen Unfall pro Versicherungsjahr.

Unser Fazit zur Autoversicherungs Einstufung nach Unfall berechnen

icon_FazitBeim Thema Autoversicherung Einstufung nach Unfall zeigt sich also, dass es hier viele Dinge zu beachten gibt und dass einen falsche Einschätzungen auch schon einmal viel Geld kosten können. Gleichzeitig wurden aber auch viele Wege gezeigt, die bestehenden Risiken zu umgehen, wie das eigenständige Übernehmen von Unfallkosten oder die „Rabattretter“ der Unternehmen.